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Kunst in Flammen: Die Fallas in Valencia

In jedem Frühjahr betteln hunderte Kunstwerke in Valencia darum, vom Feuertod »begnadigt« zu werden Fotos: ©Ruprecht Frieling

In jedem Frühjahr betteln hunderte Kunstwerke in Valencia darum, vom Feuertod »begnadigt« zu werden.
Sämtliche
Fotos: ©Ruprecht Frieling

Seit Jahrhunderten findet in der spanischen Metropole Valencia vom 15. bis zum 19. März ein fröhliches Fest der Kunst statt, das seinesgleichen sucht: Das sind die Fallas.

Fallas sind von den einzelnen Stadtquartieren mit Hilfe beauftragter Künstlerwerkstätten in liebevoller Arbeit aus Wachs, Holz, Papier, Pappmaché und Polyester hergestellte teilweise gigantische Standbilder, die miteinander konkurrieren. Sie festigen die Gemeinschaft der Nachbarschaften in den jeweiligen barrios und führen im Ergebnis zu hunderten Straßenfesten, die mit krachendem Feuerwerk begangen werden. Inhaltlich karrikieren die teilweise recht freizügigen Kunstwerke gesellschaftliche Entwicklungen wie Korruption und Bankenkrise. 

Höhepunkt der Fallas ist ihre abschließende Verbrennung. Lediglich die beste von allen wird »begnadigt« und mit einem kleinen Ausschnitt in das Museo Fallero gebracht, während alles andere zum Raub der Flammen wird. Die Falleros verstehen das Ganze als Reinigungsakt und fiebern der Nacht der lodernden Feuer entgegen, weil damit Platz für neue kreative Ideen geschaffen wird. Anno 2014 wurden allein 770 großformatige Installationen im Wert von 6,7 Millionen Euro geschaffen und wieder vernichtet.

Fallas 2014

Fallas Valencia 2014

Fallas 13

Fallas Valencia 2014

Fallas Valencia 2014

Ruprecht Frieling aka »Prinz Rupi« ist Autor, Verleger und Produzent. Der Mann mit dem Hippie-Herzen liebt Bücher, Blues, Bach, Wagner, Dada, Surrealismus sowie alles, was schräg ist.

  1. entegut Antworten

    Schöner Artikel!
    Schade, wenn die Kunstwerke am Schluss ein Raub der Flammen werden, aber das gibt genauer betrachtet dem Fest einen besonderen Kick.

    • Prinz Rupi Antworten

      Vielleicht ist es sogar ein kreativer Gedanke, mit dem Platz für neue Kunstwerke geschaffen wird und gleichzeitig auf die Vergänglichkeit aller Produktionen hingewiesen wird.

  2. entegut Antworten

    März 2015 sollte ich hinfahren und mir das Schauspiel vor Ort ansehen!

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